Mathematische Institute
zur Behandlung
der Rechenschwäche / Dyskalkulie

Titel-Grafik: Oberteil eines bunten Würfels

München
Augsburg
Regensburg
Rosenheim

Mathematische Institute zur Behandlung der Rechenschwäche / Dyskalkulie, München – Augsburg – Regensburg – Rosenheim

Themen

Hilfen für Eltern

Buchvorstellung mit Rezension


Buchtitel: Hilfe mein Kind kann nicht rechnen!

Alexander v. Schwerin

Hilfe, mein Kind kann nicht rechnen!

Hilfen gegen Rechenschwäche

58 Seiten, DIN A4, € 7,00 + Porto

Zu beziehen über:
Mathematisches Institut
zur Behandlung der Rechenschwäche
Brienner Str. 48, 80333 München

oder über: Domino Verlag, München (Best.-Nr. 13088))


Aus dem Inhalt:


Rezension

Diese Broschüre schließt eine Lücke: Während bisher nur wissenschaftliche Werke und Handbücher für „Erziehungsprofis“ (vgl. Lorenz/Raddatz: Handbuch zum Fördern im Mathematikunterricht) das Thema „Rechenschwäche“ für einen kleinen Kreis zugänglich machten, versucht dieses Buch, Rechenschwäche auch für betroffene Eltern (ebenfalls für Lehrer geeignet, die sich zum ersten Mal mit dem Problem konfrontiert sehen) verstehbar zu machen. Hier ist ein – im guten Sinn – populärwissenschaftlicher Ratgeber entstanden, der die Sache selbst anschaulich, ohne große artifizielle Vernebelungen und Verkomplizierungen des Sachverhaltes, im Kern darstellt. So können sich betroffene Eltern ohne wissenschaftliche Vorbildung kompetent über das Problem informieren und besitzen mit dem Verständnis auch einen Leitfaden für verantwortliches Handeln.

Dass diese Lücke geschlossen wird, scheint um so wichtiger, als das Time-lag von Wissenschaft und Anwendung in der Praxis sehr groß ist. Es ist zu hoffen, dass durch die Verbreitung des Kenntnisstandes bei den Betroffenen das Thema öffentlicher und allmählich auch zum universitären Ausbildungsgegenstand eines jeden Grundschullehrers wird. Damit nicht – wie im Falle der Legasthenie – 25 Jahre und mehr ins Land gehen müssen, bis die Erziehungspraxis professioneller, das heißt wissenschaftlicher, wird. Momentan sind die behandelten Fälle von Rechenschwäche im Verhältnis zu existenten Fällen (4 bis 6% der Grundschüler, sagen Untersuchungen der Universitäten Bielefeld und Göttingen) absolut marginal. Insofern trägt dieses Buch sehr viel und am richtigen Hebel ansetzend für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei.

Der Ansatz des Autors in der Verortung von Rechenschwäche ist erfrischend, „nicht pathologisierend“. Er warnt vor vorschnellen genetischen, neuro-logischen, medizinischen oder psychologenen Verursachungsvermutungen und ermuntert die Betroffenen, das Naheliegendste anzunehmen: „Das einzige, was das Kind wirklich bewiesen hat, ist die Tatsache, dass es Mathematik so, wie sie ihm erklärt wurde, nicht verstanden hat“, und empfiehlt, „Faktoren – wie ... Vermittlungsprozesse, Zahlvorstellungen, Verständnis der mathematischen Operationen, psychologische Umstände des Unterrichts und des Lernens usw. – in Augenschein zu nehmen“.

Fehleranalysen und Defizitprofilierung des mathematischen Denkens sind nach Ansicht des Autors die Instrumente von Dyskalkuliediagnosen und –therapie, wenn man Rechenschwäche nicht als krankhafte Behinderung bzw. nicht als Ausdruck eines seelischen Konflikts deutet. Diese gegenstandsbezogene, lernprozessliche Sichtweise des Problems ist es in der Regel der Fälle, die relativ raschen lerntherapeutischen Erfolg verspricht – dies ist auch die Erfahrung des Autors dieser Rezension.

Pathologisierung von Rechenschwäche verstellt den Blick auf Regelfälle von Rechenschwäche und damit auch auf die wichtigsten Mittel: lerntherapeutisches Eingehen, lerndiagnostische Untersuchung, lernausgangsanalytische Prozessplanung etc. Insofern der Autor empfiehlt, in der Regel der Fälle eine individuelle Fehleranalyse vor das EEG zu setzen, ist eine sachliche, gegenstandsbezogene Sichtweise und sind die aus der Sache folgenden Ratschläge einsehbar und auch dem pädagogischen Handeln der Eltern zugänglich.

Diese Broschüre ist ein „Muss“ für Eltern, die hinsichtlich ihres Kindes einen Verdacht hegen; ein „Muss“ für Lehrer, die die Sicht eines Wissenschaftlers und Praktikers kennenlernen wollen und sich über diesen Einstieg mit der Materie vertraut machen wollen, auch wenn einschränkend bemerkt werden muss, dass nur für „leichtere Fälle das Buch eine geeignete Hilfe zur Behebung dieser Teilleistungsschwäche ist“. Sicherheit im rationellen Umgang mit betroffenen Kindern stiftet es unbedingt.

(Rudolf Wieneke, Leiter des Zentrums zur Therapie der Rechenschwäche, Berlin)

Diese Rezension ist erschienen in:
FLOHs 7. IDEENkiste
Tipps von Lehrerinnen und Lehrer für Lehrerinnen und Lehrer


Die Internet-Adresse dieses Textes lautet:
http://www.Rechenschwaeche.de/Hilfen_fuer_Eltern/Hilfen_fuer_Eltern_Buch_Hilfe_mein_Kind_kann_nicht_rechnen.html

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Wir behandeln Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie (auch „Arithmasthenie“ genannt) in München, Augsburg, Regensburg, Rosenheim und jeweiliger Umgebung seit 1989.

So sind wir erreichbar: im Institut in der Brienner Straße 48, 80333 München, sowie an allen Therapieorten unter Tel. 0180/3001699 (9 Ct/min) oder unter Tel. 089/5233142, Fax 089/5234283, per E-Mail an „Institut[at]Rechenschwaeche.de“.

Das Institut ist in Bayern in vielen Orten vertreten, u.a. in Aubing, Augsburg, Benediktbeuern, Dachau, Herrsching, Holzkirchen, Kirchheim-Heimstetten, Landsberg, München, Puchheim, Regensburg, Rosenheim, Schondorf, Solln, Starnberg, Unterhaching und Unterschleißheim.

Stand: 2016-11-20